Die Lawinensituation in Nordtirol war bereits seit Tagen angespannt, Stufe 3 und einige Lawinenauslösungen durch Variantenfahrer und Tourengeher. Trotzdem war der Vorschlag, vom Ahrntal bei Bruneck (Südtirol) auf die 5. Hornspitze zu gehen, kein schlechter: Besseres Wetter und eine stabilere Schneesituation in Südtirol versprachen eine tolle Tour. Trotzdem hatte ich zu Beginn so meine Zweifel, war doch gerade am Vortag ein Tourengeher am Zischgeles verunglückt. Wir beschlossen aber, uns die Lage vor Ort anzusehen. Schließlich waren wir ja schon in aller Herrgottsfrüh aufgestanden und umkehren könnten wir ja immer noch.

Gipfelaufbau und Pulver ohne Ende

Gipfelaufbau und Pulver ohne Ende

Letzte Endes hat sich dann diese Entscheidung als absolut richtig herausgestellt: Weder sind die Hänge dort besonders steil (nie mehr als 25-30 Grad), noch entsprach die Situation lokal einer Lawinengefahrenstufe 3. ausserdem handelt es sich bei dieser Tour offensichtlich um eine Standardtour, die von den Locals auch im Hochwinter häufig begangen wird.

Und was wir dann dort vorgefunden haben, hat schließlich die lange Fahrt und das frühe Aufstehen mehr als belohnt: Erstklassige Sonnenhänge, perfekt kupiertes Gelände nd Pulverschnee zum Abwinken. Dass die Locals natürlich schon ein bisserl früher ihre Spuren in den Schnee zaubern durften, hat dann fast schon keinen mehr gestört 😉

5. Hornspitze 3.148 m, Ausgangspunkt Parkplatz am Ende der Straße in Weissenbach im Ahrntal ca. 1.420m, Gehzeit zum Gipfel 1.710 Hm / 4:00 Std., Gehzeit aufs Trattenjoch 1.650m / 3:50 Std., Geländeneigung max. 30 Grad, meist deutlich darunter.
Zustieg dem Bach entlang zur Tratteralm und dann nach links steiler hinauf zur Gögealm. Hier in einem weiten Rechtsbogen zum Rücken der Randmoränen und über kupiertes Gelände zu einem flachen Talboden „Moos“. Immer weiter den Geländestufen folgen, bis man unter dem Gipfelaufbau steht. Hier entweder links in 10 Minuten zum Trattenjoch oder weiter zum Südgrat der Hornspitze. Von hier unschwierig zu Fuss zum Gipfel.