Mountainbike Tage Monte Pasubio (30.06.-02.07.2017)

Anstelle einer ausgedehnten Transalp verbrachten wir heuer unsere Mountainbike Tage im Pasubio Massiv, stationär in der Umgebung von Rovereto. Mal was anderes und nicht das Schlechteste – auch wenn das Gefühl des Radreisens und des finalen Ankommens natürlich etwas zu kurz kommt. Aber auf diese Weise bekommt man die Gelegenheit, ein Revier ausgiebig zu erkunden und hat weniger Probleme mit dem Rucksack-Packen. Etwa 20 km außerhalb von Bozen, im kleinen Weiler Foxi im „Albergo della Lanterna“ schlugen wir unsere Zelte auf und drehten von hier aus unsere Runden – ein idealer Ausgangspunkt für alle möglichen Bike-Touren im Gebiet des Pasubio-Massivs, wo während des ersten Weltkriegs jahrelang um die Vorherrschaft auf den Gipfeln gerungen wurde. Noch heute stößt man hier auf Bunkeranlagen, Geschützstellungen, Tunnel, Schützengräben und Gedenkstätten, die an den Wahnsinn dieser Zeit erinnern. Die militärischen Zufahrts- und Versorgungsstraßen dienen heute zur bikemäßig komfortablen Erschließung dieser Gebirgsregion.

 

 

Tag 1: 52 Tunnel Tour

 

Vom Passo del Pasubio auf 1.150 m geht es zuerst über eine recht grobe Piste zu einem alten aber intakten Tunnel auf ca. 1.700 m, der auf die nördlich Seite des Gebirgskamms leitet. Von hier aus führt ein ehemaliger Saumpfad – heute eine gut ausgebaute Straße – die „Strada degli Eroi“ zum 1.930 m hoch gelegenen „Refugio Papa“. Das Rifugio ist zwar nicht gerade die Perle der Alpen aber ein Bierchen vor Antritt der Reise durch die 52 Tunnel lässt sich dort immer noch genießen.

Die Tunnel-Tour selbst startet bei etwa 1.950 m, schwingt sich bis auf etwa 2.050 m und fällt dann stetig ab bis zum Endpunkt nach ca. 5 km auf 1.200 Hm. Doch Vorsicht: Erstens ist das Befahren der Route streng verboten. Und zweitens sind manche Stellen so ausgesetzt, dass an ein risikoloses Fahren nicht zu denken ist. Schieben ist hier streckenweise die eindeutig bessere Variante. Wenn man nicht, so wie wir, unter der Woche unterwegs ist, verzichtet man aufgrund des Verbotes besser auf das Bike und erwandert sich die Tunnel-Route.

Vom Endpunkt geht es mit 300 m Höhenverlust und anschließendem finalen Anstieg auf der Asphaltstraße wirder zurück zum Ausgangspunkt am Pass.

 

Ausgangspunkt Passo del Pasubio / Pian delle Fugazze (1.160 m) – „Strada degli Eroi“ – Rifugio Papa (1.930 m) – „Strada degli Scarubbi“ / 52 Tunnel – Passo Xomo (1.058 m) – ab hierAsphaltstraße zurück zum Ausgangspunkt
900 Hm, ca 4 Std. mit längeren Schiebabschnitten auf dem Tunnelabschnitt
Bike-Verbot auf dem Abschnitt „Strada degli Scarubbi“ / 52 Tunnel

 

 

 

Tag 2: Sette Croci

 

Auch heute mussten wir wieder auf den Passo del Pasubio, diesmal jedoch von Foxi (650 m) aus mit dem Rad. Weiter ging es auf der bekannten Strecke von Tag 1 auf der „Strada degli Eroi“ zum „Rifugio Papa“ und dann noch etwa 150 Hm weiter.

Hier beginnt das Gebiet der heftigsten Kämpfe, die in dieser Region ausgetragen wurden. Zwischen dem „Dente Italiano“ und dem „Dente Austriaco“ wurde um jeden Meter gekämpft wobei 10.000 Soldaten auf beiden seiten ihr Leben lassen mussten. Heute zeugen ein kolossaler Triumphbogen sowie die an der Frontlinie gelegene Gedenkstätte „Sette Croci“ vom Wahnsinn dieser Jahre.

Der Trail verläuft noch etwas auf und ab, ein paar Schiebestellen kosten noch ein wenig Schmalz aber dann eröffnen sich 1.400 Hm Trailabfahrt vom Feinsten. Lange Querungen, ausgesetzte Bänder, steile Kehren und flowige Waldabfahren führen zurück direkt zu unserem Hotel – und von dort geradewegs an den Pool und zum heiß ersehten Bier.

 

Ausgangspunkt Foxi (650 m) – Passo del Pasubio / Pian delle Fugazze (1.160 m) – Rifugio Papa (1.930 m) – Sette Croci (2.070 m) – Trailabfahrt über die Bocchetta Foxi zurück in den Ort
1.740 Hm, ca. 5,5 Std.

 

 

 

Tag 3: Monte Zugna

 

So hatten wir uns das nicht vorgestellt: Die Strecke verläuft von Rovereto aus nach Süden recht steil ansteigend durch den Dinosaurier-Park (Fußabdrücke beachten!), aber von da ab geht es in ewigem Auf und Ab ohne sonderlichen Höhengewinn rund um den Berg zurück nach Norden. Und auch der zweite Teil der Auffahrt zum Monte Zugna auf der Asphaltstraße ist nicht besonderes eindrucksvoll.

Aber dafür entschädigt uns bei der Abfahrt ein schön angelegter Trail durch Laubwälder, der einige Schlüsselstellen zu bieten hat, die für manche das materialmäßige Aus bedeuten: Die obligatorische Reifenpanne lässt sich hier nicht mehr verhindern.

 

Ausgangspunkt Rovereto (180 m) – „Strada degli Artiglieri“ – „Orme dei Dinosauri“ – Asphaltstraße auf den Monte Zugna – Abzweigung zum Abfahrtstrail auf Höhe 1.260 m – Singletrail zurück nach Rovereto

 

 

Und hier noch die GPS-Tracks unserer Touren, für alle, die’s mal nachfahren möchten:
   Strada degli Eroi und 52 Tunnel
   Sette Croci
   Monte Zugna